Was braucht man für eine perfekte Vereinsausfahrt? Richtig: gute Laune, ein paar motivierte Schwimmerinnen und Schwimmer – und… einen ICE mit ordentlich Verspätung.
Los ging’s am Freitag am Hamburger Hauptbahnhof. Die Stimmung: top. Der ICE: weniger. Kaum saßen alle, kam schon die erste Durchsage – Verspätung. Kurze Zeit später dann der Klassiker: „Weichenstörung“. Zielzeit? „Unbekannt“. Herrlich! Nach einer gefühlten halben Ewigkeit (okay, es war etwa eine Stunde) ging es endlich weiter. Doch die Bahn wäre nicht die Bahn, wenn nicht noch ein Highlight folgen würde: 2 km vor Göttingen – Stillstand. Alle standen geschniegelt mit Rucksack bereit… um noch eine weitere Stunde auszuharren. Willkommen im Abenteuer!
Endlich angekommen, folgte ein kleiner Spaziergang zum Freibad – und dort wartete direkt die Belohnung: Grillduft, Würstchen, Fleisch, Grillkäse und eine beeindruckende Sammlung gespendeter Salate. Besser kann ein Abendessen kaum schmecken!
Doch bevor die wohlverdiente Nachtruhe rief, hieß es: Zelte aufbauen. Und wer schon mal bei fast 30 Grad in der Abendwärme ein Zelt aufgebaut hat, weiß: Das ist schon der erste Wettkampf.
Ab 23 Uhr wurde es dann tatsächlich ruhiger – und sogar ein bisschen kühler. Die meisten fanden ihren Schlafsack… und auch den Schlaf. Zumindest kurz.
Denn um 3 Uhr nachts war plötzlich Schluss mit lustig: Gewitterwarnung! Alle raus aus den Zelten, rein ins Empfangsgebäude und die Umkleiden. Schlafmodus → Notfallmodus. Doch dank Musikbox wurde die Nacht nicht ganz so unerquicklich – auch wenn es schwer war, den verschlafenen Gesichtern ein Lächeln abzuringen.
Mit dem ersten Morgenlicht gab es dann die gute Nachricht: Zurück in die Zelte! Ganze zwei Stunden „Schlafbonus“… der bei den meisten eher theoretisch blieb.
Nach dem Frühstück ging es direkt ans Einschwimmen – und dann wurde es ernst: Wettkampfzeit! Trotz der kurzen Nacht wurden einige Bestzeiten rausgehauen. Respekt!
Zum Glück sorgte unser großartiges Versorgungsteam den ganzen Tag über für Nachschub: Obst, Snacks, gute Laune – alles da. Mittags gab’s dann Nudeln mit Bolognese
Als der zweite Abschnitt endete, stieg die Vorfreude:
Rutschzeit und Sprungzeit! Der 10-Meter-Turm wurde zum Mut-Test – mit unterschiedlich eleganten Ergebnissen.
Am Abend wurde noch eine Leinwand aufgebaut – und gemeinsam das Deutschlandspiel geschaut. Freibad-Feeling deluxe!
Nach einer etwas besseren, aber immer noch viel zu kurzen Nacht startete dann der dritte Wettkampfabschnitt. Und weil es so schön ist, kam auch hier nochmal ein Gewitter dazwischen – zurück an den bekannten Sammelpunkt! Diesmal wurde immerhin getanzt und mitgemacht – Fortschritt!
Nach Wettkampfende hieß es dann: Abbauen, packen, Anhänger beladen. Der AWV09 machte sich wieder auf Richtung Bahnhof.
Und das Beste: Dank der DB Entschädigung für die verspätete Hinfahrt gab’s für alle noch ein großes Eis in der Eisdiele – endlich zahlt sich Verspätung mal aus!
Natürlich ließ es sich der ICE auf dem Rückweg nicht nehmen, ebenfalls wieder verspätet zu sein – Tradition verpflichtet schließlich.
Text und Fotos: Nico Lange
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